Ich schalte den Fernseher an und sehe den scheidenden Bundeskanzler Gerhard Schröder auf dem Kongress der Gewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie (IG BCE) in Hannover. „Ich werde der nächsten Bundesregierung nicht angehören. Definitiv nicht angehören“, sagt Schröder dort und versucht dabei, die entstehenden Tränen gekonnt zu unterdrücken. Der Basis dankt er für die enorme Unterstützung in den letzten 7 Jahren und zeigt zugleich, dass er auch in Zukunft weiter an der Basis arbeiten möchte.

Und während ich in den Fernseher starre, geistern mir permanent diese Bilder der letzten Tage im Kopf herum. Schröder am Wahlabend, wie er übermütig und realitätsfremd den kleinen Schuljungen mimt, die designierte Bundeskanzlerin Merkel, wie sie ihrem Gesicht ständig neue Ausdrucksmöglichkeiten verschafft. Und die ganze Zeit denke ich daran, dass unser Land nun von einer Frau, nein, von DIESER Frau regiert werden wird. Ein Zustand, den ich noch immer für völlig absurd halte. Noch immer warte ich darauf, dass ein Showmaster hinter dem Reichstag-Rednerpult hervorschnellt und mit einem „Verstehen Sie Spaß?“ die ganze Nation zum erleichterten Aufatmen ermutigt…

Spätestens jetzt bin ich froh, dass ich mein Kreuz an der richtigen Stelle gemacht habe und so nun auch mit gutem Gewissen lästern darf. Entgegen der landläufigen Meinung war ich zu jedem Zeitpunkt der Meinung, dass Gerhard Schröder einen sehr guten, engagierten und staatsmännischen Job gemacht hat! Die große Koalition und Angela Merkel wird im nächsten Jahr ernten, was seit 1998 gesäht wurde……..