Die Wettannahme konnte ich heute bereits gegen 16:30 Uhr verlassen, sodass ich mit gutem „Zeitpuffer“ vom Bahnhof zum Flughafen fahren konnte. Das Gewicht meines Gepäcks (gefühlte 5000 Kg) hatte ich dabei gehörig unterschätzt… Am Flughafen angekommen hatte ich vorerst Probleme mit der enormen Größe und der vielen, undurchschaubaren Gänge des Flughafengebäudes. Kurze Zeit und eine lange Wanderschaft später erreichte ich schwitzend den Stand der Deutschen BA, wo ich mein Flugticket abholte. Von dort ging es direkt zum Zoll und meine Sporttasche passierte einen riesigen Röntgenapparat. Ohne jegliche Beanstandung (was soll an Socken auch gefährlich sein), bekam ich mein Sicherheitssiegel und konnte dann mit meinem Gepäck „einchecken“. Nur kurze Zeit später rollte mein komplettes Hab und Gut auf einem Fließband in die unterirdischen Gangsysteme des Flughafens und ich erhielt meine Bordkarte. Bis zum Öffnen des Warteraums blieb noch eine ganze Stunde, die ich überwiegend auf der Aussichtsplattform des Flughafengebäudes verbrachte. Beim Beobachten der startenden und landenden Flugzeuge, stieg auch langsam aber stätig mein Adrenalinspiegel gehörig an. Wenn man nicht täglich fliegt ist es eben doch ein besonderes Erlebnis 🙂

Gegen 17:10 Uhr Machte ich mich dann auf in Richtung Wartesaal. Vorher musste ich allerdings eine weitere Sicherheitsschleuse passieren. Diesmal wurde mein Handgepäck und ich durchleuchtet. Eine lange Stunde später durften alle Passagiere in der etwas veralteten Boeing 737-300 Platz nehmen. Mein Fensterplatz ermöglichte mir einen hervorragenden Blick nach draußen, der sich um diese Uhrzeit auch mehr als lohnte. Der beginnende Sonnenuntergang tauchte die ganze Umgebung in ein dunkelrotes Licht und ich freute mich immer mehr, „der Sonne entgegen“ zu fliegen. Die Startbahn hatten wir nur wenige Minuten später erreicht. Dann heulten die Turbinen auf und das Flugzeug raste auf den Startpunkt zu. Immer stärker wurde ich in meinen marineblauen Ledersitz gepresst und die lockere Kopfbewegung nach draußen fiel mir immer schwerer… Als wir in der Luft waren, konnte ich unter uns bereits Hildesheim erkennen. Mit dem Auto braucht man für diese Strecke locker eine halbe Stunde – nun gut. Nun stellte sich der Kapitän und die überwiegend schwule Besatzung vor und es folgten die oft parodierten „Sicherheitshinweise“, die vom Großteil der Passagiere nicht wahrgenommen wurden (wohl alles „Vielflieger“…). Alles war von dort oben so unglaublich klein und die Lichter der unter uns liegenden Städte und Dörfer waren mit sinkender Sonne immer besser zu erkennen. Zu diesem Zeitpunkt flogen wir rund 800 Km/h bei einer Flughöhe von knapp 10000 Metern. Als wir den Münchener Flughafen nach ca. 50 Minuten Flugzeit erreichten, war es draußen stockdunkel. Als einer der letzten Fluggäste verließ ich die Maschine und machte mich rasanten Schrittes auf den Weg zur Gepäckausgabe. Dort rollte mir bereits meine Tasche entgegen. Nachdem ich ein S-Bahn-Ticket gekauft hatte und auf dem Weg zum Bahnsteig war, bemerkte ich die stark fortgeschrittene Uhrzeit. Um 20:30 Uhr hatte ich mich mit JoJo vor meinem Hotel verabredet und nun war es bereits zehn Minuten vor acht. Unterwegs zum Hauptbahnhof erhielt ich dann eine SMS von JoJo, dass auch er sich verspäten würde. Kurz vor neun trafen wir uns dann vor dem Hotel „Nymphenburg“. Schnell meldete ich mich an der Rezeption an, brachte meine Tasche auf’s Zimmer und machte mich ein wenig frisch. Wenige Minuten später saß ich mit JoJo in seinem hellblauen Lupo und wir düsten in die Innenstadt. Unterwegs ließ er es sich nicht nehmen, mir im Vorbeifahren die Stadt zu zeigen. Vor einem kleinen Restaurant fanden wir nach langem Suchen endlich einen Parkplatz. JoJo zeigte mir anschließend die Innenstadt, sodass ich die wichtigsten Punkte Münchens im Schnelldurchlauf zu sehen bekam. Als uns dann endlich der Heißhunger packte, kehrte wir im „Augustinerkeller“ ein. Dort gab es dann endlich ein zünftiges Bier und ein noch zünftigeres Essen. Ich verdrückte eine überschaubare Portion Ochsenbraten und dazu einen bayrischen Kartoffelbrei. Gut gesättigt und eine kulinarische Erfahrung reicher saßen wir wenig später wieder im Auto und waren auf dem Rückweg zum Hotel. Dort angekommen wollte mich JoJo zu einem nächtlichen Ständchen auf dem Bürgersteig überreden, was ich, angesichts der schlafenden Nachbarschaft, besser ablehnte 🙂 Nachdem ich mich von meinem lieben JoJo verabschiedete hatte und er mir noch ein Ständchen auf seiner mitgebrachten Klampfe vortrug, fiel ich kurz nach Mitternacht in einen tiefen und wohlbringenden Schlaf…………..