Vermutlich erinnern sich viele von uns an den Anschlag auf die Charlie Hebdo-Redaktion in Paris. Zwölf Menschen verloren am 7. Januar 2015 ihr Leben. Ausgerechnet Corinne Rey („COCO“) kam an diesem Tag etwas zu spät zur Redaktionskonferenz. Als sie das Gebäude betreten wollte, wurde sie von den beiden maskierten Tätern gezwungen, den Sicherheitscode zum Entsperren der Tür, einzugeben. Was dann folgte, ist bekannt.

Nun waren COCO und Marika Brest, fast zwei Jahre nach dem Anschlag, in Hannover. Das Wilhelm Busch-Museum hatte sie im Zuge ihrer Charlie Hebdo-Ausstellung eingeladen. Was für ein Abend. Unter erheblichem Schutz von Polizei, LKA, BKA und Verfassungsschutz fand die Podiumsdiskussion statt.

Auf der Bühne saßen Dr. Gisela Vetter-Liebenow (Direktorin Wilhelm Busch Museum), Imre Grimm (Redakteur der HAZ), Marika Brest (Redakteurin und Sprecherin von Charlie Hebdo), COCO (Zeichnerin von Charlie Hebdo) und Stephan Lohr.

„Was darf Sarire?“ war die Kernfrage. Und die wurde durchaus kontrovers diskutiert. Natürlich ging es auch kurzzeitig um den Anschlag selbst. Die Schilderungen schnürten mir zeitweise die Kehle zu. Diese Menschen waren dabei. COCO hatte die Angreifer quasi in die Redaktion gelassen. Unvorstellbar, dass die Charlie Hebdo-Überlebenden seit dem Anschlag nicht ohne Polizeischutz auf die Straße gehen können. Auch darüber sprachen sie. Ein normales Leben ist nicht mehr möglich.

Ein spannender und zugleich beeindruckender Abend.