Hartz IV hat gute Chancen, zum „Unwort des Jahres“ gewählt zu werden. Zumindest ist Hartz IV zu einem Medien-Dauerbrenner geworden. Auf der Welt herrscht Angst und Terror, wirklich wahre Ungerechtigkeit in vielen Staaten, unzählige Menschen müssen täglich um Nahrung bangen und in Deutschland geht man wegen einer Reform auf die Straße, die die Wenigsten der Demonstranten wirklich verstehen.

Soviel also zum Thema Wohlstandsland… Als Universal-Buhmann hat man Gerhard Schröder, der aber aufgrund seiner mutigen Resistenz inzwischen kein gutes Opfer mehr abzugeben scheint. Was bewirkt denn nun Hartz IV? Als Betroffener darf ich mir in diesem Punkt wohl ein Urteil erlauben, denke ich. Hartz IV reformiert das bisherige soziale Netz sehr entscheidend. Die Benachteiligten der Reform sind die, die bisher weich in dieses Netz gefallen und aus Bequemlichkeit gleich mal dort liegengeblieben sind… Benachteiligt sind weiter auch die, die einen Benz vor der Tür stehen haben und Sozialhilfe kassieren. Diese Menschen werden ab dem 01. Januar 2005 große Probleme bekommen – ohne Zweifel. Ob man nun das angesparte Vermögen der Kinder auf das Bedürfnis der Eltern anrechnen sollte, ist natürlich fragwürdig. Auf der anderen Seite ist auch diese Entscheidung nachvollziehbar. Das eigene Vermögen wäre ansonsten auf den Konten der Kinder sicher und unantastbar. Arbeitslose müssen ab dem 01. Januar 2004 JEDEN angebotenen Job annehmen. Dabei spielt es keine Rolle ob sie vorher studiert oder aber keinen Schulabschluss haben. Ist Hartz IV also tatsächlich ein sozialer Rückschritt oder eher der Versuch, das soziale Netz bezahlbar UND für alle gerecht zu machen? Letzteres erscheint mir da doch schlüssiger. Die neu ausgeprägte Bereitschaft, für Gerechtigkeit auf die Straße zu gehen sollte man eventuell mal bei wichtigeren Themen anwenden – es gäbe da ja doch noch einige mehr…