Sobald das Licht der Dunkelheit weicht, bekomme ich im Freien kleinere Angstzustände. Dies werden wohl Nachwirkungen der Neujahrs-Vorfälle sein, die mir, ohne professionelle Behandlung, sicher auch noch lange erhalten bleiben. Wenn die Angst auch sowohl unbegründet als auch vollkommen unsinnig ist – man steckt nicht drin und wird damit wohl vorerst leben müssen. Mein Verhör bei der Polizei, am vergangenen Mittwoch, verlief jedoch etwas unerwartet. Pünktlich um 8:30 Uhr stellte ich mich beim zustündigen Revier vor und machte meine Aussage. Mittendrin offenbarte mir der zuständige Kripo-Beamte, dass ich nicht nur im einen Fall Opfer, sondern in einem anderen Fall auch Tatverdächtiger bin… Einer der Täter wurde während der Tat von Christian in den Arm gebissen. Diese Verletzung muss wohl so stark gewesen sein, dass er ins Krankenhaus musste. Anschließend zeigte er uns an. Christian habe ihn gebissen und ich habe ihn mit einer Pistole bedroht. Als mir seine Aussage vorgelesen wurde, schwankte ich kurz zwischen Lachen und Heulen. Wegen der Gegenanzeige mache ich mir (sicher auch aufgrund unserer weißen Weste) keine Sorgen. Sehe diese Situation sogar als enormen Vorteil, denn nun kennen wir einen der beiden Täter bereits. Zudem hat der „Schmalspurganove“ die Waffe bestätigt, indem er sie nun mir unterjubeln möchte. Der ganze Fall wird langsam kompliziert – und immer verwirrender…