Man sieht mir durchaus an, dass ich dem Sport nur dann zugeneigt bin, wenn er hinter einer Glasscheibe stattfindet und ich ihn bei Überlastung ausschalten kann – ist ja auch viel angenehmer… Und so ertappte ich mich, wie ich gegen 2:30 Uhr immernoch (!) auf den Kampf des Vitali Klitschko hoffte, der dann aber erst gegen 3:40 Uhr begann… Inzwischen war auch Silvi aufgewacht und wir saßen beide, wie ein älteres Ehepaar vor dem Musikantenstadl, im Bett und verfolgten die 8 Runden dauernde „Schlacht“. Im Nachhinein ist es einem immer unangenehm, anderen Menschen beim „sich-gegenseitig-prügeln“ zugesehen und seinen Favoriten dabei auch noch angefeuert zu haben. Dabei ist es sicher nur eine ungenügende Rechtfertigung, dass diese Sensationslust sicher so alt ist, wie die „Krone der Schöpfung“ selber (obwohl man, angesichts dieser Bilder, an einem solchen Titel durchaus zweifeln kann). Trotz Allem war es ein spannender Kampf, der auch mit dem richtigen Sieger endete.

Wenige Stunden nach dem Aufstehen folgte dann der nächste sportliche Höhepunkt. Der große Preis von San Marino in Imola sollte einmal mehr zeigen, dass die Formel 1 inzwischen aus zwei verschiedenen Gruppen besteht: Michael Schumacher und 19 anderen Fahrern. Nachdem zumindest die erste Startposition verdient Button gehörte, konnte er diese nur wenige Runden wirklich genießen. Als Anhänger der „roten Flotte“ stand der Tag also ganz im Zeichen von Michael Schumacher – dies konnte auch die abendliche Kartoffel-Quark-Session nicht mehr ändern.