Die Erwartungen an diesen Abend waren mächtig hoch. Immerhin gingen wir zu DEM Hape Kerkeling. Dem aus Kino, Funk und Fernsehen. Kerkeling gehört seit Beginn der 80er Jahre zur deutschen „Spaßmacher-Elite“. Mein Kollege Markus machte mich vor Wochen darauf aufmerksam, dass es am 1. Dezember 2005 ein Zusatzkonzert zu Kerkelings aktueller Tour „Wieder auf Tour“ geben würde. Da wir im letzten Jahr den Vorverkauf verschlafen hatten, waren wir diesmal schneller. Und so nahmen wir heute, um zwanzig vor acht in der 18. Reihe des Theaters am Aegi Platz, um den lange erwarteten Abend in vollen Zügen genießen zu können. Fast pünktlich erschien auf der Bühne Kerkelings „Tourmanager“, der auf einen Fehlbetrag in der Kasse aufmerksam machte. Das Publikum brauchte einen kleinen Moment, um hinter der Maskerade Hape Kerkeling selbst zu erkennen. Was folgte war ein Abend mit einem „Tour-müden“ aber erwartet grandiosen Hape Kerkeling, der in erster Linie durch Selbstironie brillierte. Der „fette Fernsehstar“ tat das, was er am Besten kann. Unterstützt wurde er dabei von seinen drei Kunstfiguren „Sigi Schwäbli“, „Efje van Dampen“ und natürlich auch „Horst Schlämmer“. Und auch die Freunde des Sprachen-Genies Kerkeling kamen nicht zu kurz. Hape zitierte musikalische „Rohrkripierer“ des Grand Prix d’Eurovision de la Chanson. Kurzum – es fehlte an diesem Abend eigentlich nichts. Auf uns wirkten nur die Zugaben und der Abgang etwas lieblos, was ich aber eher dem „zurückhaltenden“ Publikum als Kerkeling selbst zuschreibe. Ein durchweg schöner Abend. Nun freuen wir uns auf den 1. März 2006 – dann sehen wir Jürgen von der Lippe im Theater am Aegi. Die Messlatte hängt nun sehr hoch, Herr von der Lippe.