Grundsätzlich bin ich ja ein Feind von allen englischen Begriffen, die uns immer mehr unserer deutschen Sprache berauben. Trotzdem bekennen wir uns hiermit offiziell, ein Vorzeige-Cocooner-Paar zu sein und liegen damit mehr als im Trend. Aber was ist „Cocooning“? Im Internet fand ich dazu folgende Liste:

  • Weniger Partys, weniger Ausgehen, lieber Lieferdienste der Restaurants in Anspruch nehmen
  • Wellness zu Haus: Duftkerzen, ausgedehnte Bäder, Fitnessgeräte zu Haus nutzen
  • Statt laufend neue Leute kennenlernen Beschränkung auf wenige sehr gute Freunde; neue, unverbindliche Kontakte lieber beim Chatten vom heimischen Computer aus suchen
  • Weniger Fernreisen – seit den Anschlägen in Bali, Tunesien und Moskau entwickelt sich Urlaub in der Nähe und in Privatdomizilen zur attraktiven Alternative
  • Genussvoll essen, Bücher lesen, Fernsehen, private Hobbys – alles, was man allein und in der vertrauten Umgebung tun kann, gewinnt an Beliebtheit
  • Rückbesinnung auf Treue und Familie – trotz der schlechten Erfahrung der geschiedenen Elterngeneration
  • Risikosportarten wie Bungee Jumping oder Climbing verlieren an Attraktivität, sanfte Fitness ohne Gefahren ist angesagt
  • Geld wird weniger in äußerliche, auffällige Statussymbole investiert, sondern mehr in das heimische Wohlfühlen.

Man könnte unsere Lebensform wohl nicht trefflicher beschreiben. Aber was erwarten sich „Cocooner“ von dieser Art zu leben? Auch hierfür gibt es schöne Erklärungen:

  • Weniger Stress: Die meisten von uns glauben, ihre Mitmenschen hätten mehr Stress als sie selbst. Das brachte eine neue Befragung an den Tag. Ein Zeichen dafür, dass man neuerdings darauf achtet, weniger Hektik an den Tag zu legen als die Kollegen.
  • Mehr Kontrolle: Fremden Anordnungen ausgeliefert sein – eine Horrorvorstellung. Für den Traum, sein eigener Chef zu sein, seinen Tag nach eigenem Gutdünken einteilen zu können, ist so mancher bereit, auf ein Spitzeneinkommen zu verzichten. Aber nicht nur im Job: auch seine Beziehungen, seine Gesundheit und die eigenen Seele unter Kontrolle zu haben, gilt als erstrebenswert.
  • Mehr Sicherheit: Auch wenn es absolute Unverletzlichkeit nicht gibt: Wer es schafft, einige Risiken zu verringern, erlebt schon einen Erfolg seines Cocooning. „So leben, als könnte jeder Tag dein letzter sein“ – diese Haltung ist out.

Der Begriff „Cocooning“ ist zuerst von der englischen Marktforscherin Faith Popcorn gebraucht worden.